Erfahrungen aus erster Hand

Ohne ein „Verkehrsleitsystem“ funktioniert eine solche Großveranstaltung nicht. So führten die Lotsen aus den zehnten Klassen in ihren neongelben Westen alle Gäste an die richtigen Orte und waren der personifizierte Support für die Raumpläne, die an einigen Stellen in der „Schule zwischen den Meeren“ hingen. Keine Frage: Der Berufsinformationsabend, den seit den 90er Jahren die Schule und die drei Gewerbevereine im Amtsgebiet gemeinsam organisieren, war wieder ein Renner. Insgesamt präsentierten sich 40 Ausbildungsberufe.

Die Jahrgänge acht und neun der Gemeinschaftsschule Schafflund sowie die achten Klassen der Gemeinschaftsschule Handewitt nahmen teil. Da kamen rund 250 Schülerinnen und Schüler zusammen – dazu einige Eltern. Die Aula war bis auf den letzten Platz gefüllt. „Vielleicht wartet ein Ausbildungsplatz in der Region auf euch“, sagten Lehrerin Sünje Nissen und IdS-Vorsitzender Willi Bossen. „Eine Ausbildung ist eine gewinnbringende Sache.“

Schon in der Vorstellungsrunde erzählten einige der Unternehmer von ihren Erfahrungen der letzten Jahre. Lars Heisch vom „Unternehmen in Farbe“ hatte schon Auszubildende bei dieser Veranstaltung gefunden und nun Azubi Isabel dabei. Hans Jörg Windheuser vom Landgasthof „Achtruper Stuben“ erklärte mit einem Schmunzeln und umringt von seinem Meisterkoch und den Küchengehilfen: „Die Eltern können überall mit hin, auch die Küche ist kein Sperrbezirk.“

Die Schafflunder Schülerschaft war mit einem Laufzettel unterwegs. Die Berufsfelder waren sehr unterschiedlich frequentiert. Marco Möller, Mitinhaber des Baugeschäftes „Jürgensen & Voigt“, und sein Geselle Christoph Düsing konnten zwei interessierten Schülern alles sehr exklusiv vorstellen. „Wir möchten mindestens einen Auszubildenden pro Jahr“, bekamen diese zu hören. Im Raum gegenüber erfreute sich der Beruf des Rettungssanitäters sehr großer Resonanz. Das Problem: Da ein Führerschein nötig ist, muss man mindestens 18 Jahre alt sein.

Polizei, Anwaltskanzlei, Steuerbüro, Handel und Bundeswehr informierten die jungen Menschen, aber auch mehrere Handwerksbetriebe. Die Firma „Nord-Metallic“, die Biogas-Technik und individuell produzierte Maschinen und Anlagen anfertigt, war mit David Streng und seinem Auszubildenden Lasse Petersen vor Ort. „Wir haben noch einen Ausbildungsplatz frei“, erzählte der Inhaber. Ein Junge kam spontan vorbei und zeigte generelles Interesse am Karosseriebau. „Wir machen auch viele Schweißarbeiten“, erzählte Lasse Petersen. Man kam ins Gespräch, und es bestätigte sich einmal mehr der Sinn dieser Berufsmesse.